Das menschliche Gebiss zur Rekonstruktion genetischer Verwandtschaft


Mosaik einer Weltkarte aus diversen menschlichen Zähnen und Zahnüberresten
(Fotografien aus der Humanosteologischen Sammlung der Universität Tübingen; Grafikdesign: Peter Jammernegg (Fotograf und Grafikdesigner); Copyright: Katerina Harvati/Universität Tübingen)

Dass mittels genetischer Analysen der DNA Verwandtschaftsbeziehungen ermittelt werden können, ist nichts Neues. Für diese Methode muss allerdings eine Probenentnahme des Skelettmaterials stattfinden, was besonders bei Funden von Hominiden teilweise schwer umsetztbar ist.

Entweder ist die DNA über die Jahrtausende zerstört worden oder eine Probeentnahme ist nicht gestattet. Für solche Fälle wurde an der Universität Tübingen ein Algorithmus entwickelt, der DNA-Sequenzen mit Zahnmerkmalen rezenter Bevölkerungsgruppen der Welt kombiniert betrachtet. Die menschlichen Zähne eignen sich besonders gut zur Untersuchung von Verwandtschaftsverhältnissen, da sie stark variabel, individuell und im archäologischen Kontext am besten erhalten sind. Auf Grundlage von 130 Millionen Kombinationen konnte nun eine Methode entwickelt werden, die sowohl in der Archäologie als auch der Paläoanthropologie und Gerichtsmedizin Anwendung findet.

AiD