Archäologie trotz Lockdown

Normalerweise wäre Dr. Chris Smart von der University of Exeter jetzt mit Ehrenamtlichen unterwegs, um archäologische Stätten im südenglischen Tamar Valley zu vermessen oder sich auf Ausgrabungen vorzubereiten. Doch in diesem Jahr ist aufgrund der Corona-Pandemie alles anders. Gearbeitet wird von Zuhause aus, und das erheblich produktiver als zunächst gedacht. Gemeinsam analysiert das Team Bilder, die aus LiDAR-Daten abgeleitet werden. Im Vergleich mit Aufzeichnungen und historischen Karten kommen nun immer mehr bislang unbekannte archäologische Stätten ans Licht. Bis dato konnten auf diese Weise bereits dutzende prähistorische, römische und mittelalterliche Stätten entdeckt werden: darunter Überreste zweier römischer Straßen, etwa 30 prähistorische und römische Siedlungen, gut 20 Grabhügel sowie Hunderte mittelalterliche Höfe, Feldsysteme und Steinbrüche. Möglich ist dies vor allem deshalb, weil der Südwesten Englands über die umfassendsten LiDAR-Daten Großbritanniens verfügt. Während es Dr. Chris Smart und seinem Team zwar schwer fällt, die eigentlich für den Sommer geplanten Arbeiten nicht durchführen zu können, geben die neuen Entdeckungen zumindest Hoffnung auf neue geophysikalische Prospektionen, sobald das Schlimmste der Pandemie überstanden ist.

AiD