Nordrhein-Westfalen – Keltischer Wagen auf dem Berg?

Kel­tischer Zügelführungsring

Der lizensierte Sondengänger Wolfgang Poguntke begeht im Auftrag der LWL-­Archäologie für Westfalen Wallburgen des Sauerlandes, darunter den »Weilenscheid« bei Lennestadt-Elspe im Kreis Olpe, der Funde der Mittel- bis Spätlatènezeit liefert. Nun barg Poguntke ein einzigartiges Stück aus dem Humus: einen bronzenen Zügelführungsring, der wohl Teil eines Jochs für einen Wagen war. Der hohle und leicht asymmetrische Ring sitzt auf einer Kappe, an deren Unterseite ein Bügel angegossen ist, der ehemals auf dem Joch befestigt wurde. Legierung und das sicher aufwendige Herstellungsverfahren werden zurzeit untersucht.


Zügelführungsringe stammen meist aus problematischen Kontexten oder sind Einzelfunde – wie das Weilenscheider Stück. Daher ist eine genaue Datierung unmöglich. Form und plastische Verzierung am Übergang von Ring und Kappe machen die letzten Jahrhunderte vor Christus wahrscheinlich. Parallelen stammen aus Wetterau und Pfalz, allerdings sind sie kleiner. Bessere Analogien kennt man aus dem ostkeltischen Raum, so der Slowakei. 

Bildunterschrift: »Weilenscheid« bei ­Lennestadt-Elspe. ­Kel­tischer Zügelführungsring, Durchmesser des Rings 7,5 cm. Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/Hermann Menne

| M. Zeiler, LWL-Archäologie, Außenstelle Olpe

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