Schwarz auf Weiß

Schwarz auf Weiss

Das kleine, aber fein aufgemachte Begleitbuch zur Ausstellung „Schwarz auf Weiß“, macht den Leser durch kurze wohlverständliche Texte von sieben Autoren mit einer der interessantesten jungsteinzeitlichen Siedlungen im deutschen Südwesten bekannt.
2011 wurden 111 Fundstellen in sechs Ländern unter dem Sammelbegriff »Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen« von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die nördlichste dieser Siedlungsstellen liegt wenige Kilometer westlich von Ulm im Blautal, einer Landschaft, die sich vor Millionen Jahren die Urdonau bei ihrem »mühseligen Weg« durch das Kalksteinplateau der Schwäbischen Alb geschaffen hat. 1952 entdeckte man in der Talaue beim Ortsteil Ehrenstein (Stadt Blaustein) 6000 Jahre alte Gebäudereste der Schussenrieder Kultur. Im feuchten Ambiente kamen hier neben Keramik, Schmuck und Steinwerkzeugen auch sensationelle Holzfunde zutage. Objekte, die den Archä­ologen ein hervorragendes Bild jungsteinzeitlichen Lebens boten. Eine Sonderstellung nimmt das Steinzeitdorf durch ebenso rätselhafte wie zahlreiche Funde von seltsam geschliffenen und präparierten runden, dünnen Steinscheiben ein, die mittig zwei Millimeter große Durchbohrungen aufweisen. Die meisten der Scheibchen aus weißem Jurakalk haben einen Durchmesser von etwa 3 cm, und man muss unwillkürlich an neuzeitliche Knöpfe denken. Bestärkt wird dies durch einseitige Ritzverzierungen am äußeren Scheibenrand, die bisweilen noch schwarze Inkrustierungen aufweisen. Knöpfe waren es nicht! Was waren die Scheiben dann? Im Buch kommt man der Lösung „Schwarz auf Weiß“ näher. 
| AW

Produktdetails

Schwarz auf Weiß – Das Rätsel der Steinzeitscheiben aus dem Blautal

Museum Ulm (Hrsg.)
Ulm 2020, 80 S., 70 Abb., 14,80 Euro

©Landesmuseum-Württemberg,-H.-Zwietasch

Das könnte Sie auch interessieren!

Sonderausstellung Schwarz auf Weiß

Sie gehören zum UNESCO-Welt­erbe – die Ruinen des 6000 Jahre alten Moordorfes im Tal der Blau nahe Ulm. Durch die Lage im feuchten Talgrund haben sich die Reste der Holzhäuser hervorragend erhalten. Unter den zahlreichen Funden sind rund 200 doppelt durchlochte und verzierte Scheiben aus Kalkstein. Sie liegen in verschiedensten Größen und Produktionsstadien vor und wurden offenbar nur in diesem Dorf hergestellt. Die kleine Ausstellung zeigt einen repräsentativen Querschnitt der rätselhaften Scheiben und geht – auch mithilfe der Experimentalarchäologie – der spannenden Frage nach ihrer Deutung und Verwendung nach.