Zu Ehren des Zeus – Die Olympischen Spiele der Antike

Zu Ehren des Zeus

Auch ohne die Olympischen Sommerspiele 2020 lohnt es sich, sich mit dem antiken Vorläufer dieses Weltereignisses zu befassen. Der berühmte italienische Archäologe Umberto ­Pappa­lardo beleuchtet das Thema umfassend, ja eigentlich geht es um viel mehr als nur um die Olympischen Spiele im engeren Sinne: um den Sport in der Antike nämlich und um seinen Stellenwert in der Gesellschaft. Welche Sportarten kannte die Antike, welche noch nicht? In welchem Rahmen trieb man Sport? Und inwiefern waren die panhellenischen Spiele weit mehr als nur Sportfeste?
Pappalardo erhellt zudem den mythischen Hintergrund der Olympischen Spiele, ihre Rolle im Götterkult sowie Organisation (Regeln, Preise, etc.) und Ablauf – dies sehr klar strukturiert und vor allem anschaulich anhand zahlreicher konkreter Beispiele (etwa einzelner namentlich bekannter Athleten) und Vergleichen zu heute. Hervorzuheben sind die vielen Abbildungen: hilfreiche Pläne, Fotos archäologischer Stätten und antike Darstellungen.
Manches wurde schon oft gezeigt, anderes überrascht – so ein Relief, in dem ein antiker Ronaldo einen Ball auf dem Oberschenkel balanciert, oder ein Vasenbild, das ans Voltigieren denken lässt. Und wenn man en passant einzelne greifbare Fakten erfährt – wie dass man auf den Sitzrängen im Stadion von Olympia keinen Schirm aufspannen durfte, um dem Hintermann nicht die Sicht zu nehmen –, dann fühlt man sich als Leser geradezu ­mitten­hinein versetzt in die antiken Wettkämpfe! 
| Melanie Kattanek

Produktdetails

Zu Ehren des Zeus – Die olympischen Spiele der Antike

Umberto Pappalardo
Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2020, 112 S., 135 Abb., 28 Euro
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