Iron Age Danube Route

Eine neue Kulturroute entlang der Donau führt Interessierte direkt in unsere Vergangenheit. Die Iron Age Danube Route verbindet eines der imposantesten und attraktivsten, gleichzeitig aber auch fragilsten Phänomene der prähistorischen Archäologie: die eisenzeitlichen Landschaften des Donauraumes. In zahlreichen Museen, aber auch an archäologischen Fundstellen der Donauregion kann man sich ein Bild vom reichen materiellen Erbe dieser Epoche zwischen dem 9. und 1. Jahrhundert v. Chr. machen.

Iron Age Danube Route
Rekonstruiertes eisenzeitliches Gehöft auf dem Burgstallkogel bei Großklein, Foto: Universalmuseum Joanneum/M. Mele

Die in der Eisenzeit von Menschenhand geschaffenen Landschaften in der Donauregion waren geprägt von monumentalen Bauten wie Grabhügelnekropolen, Flachgräberfeldern und befestigten Siedlungen mit den dazugehörenden Äckern und Feldern. Zu diesen Landschaften tritt eine außergewöhnliche Fülle an Objekten in zahlreichen Museen des Donauraumes, in denen das reiche materielle Erbe dieser Epoche dokumentiert und ausgestellt wird. Der Kultwagen von Strettweg bei Judenburg, die Bronzemaske aus Kleinklein in der Südsteiermark – beide zu sehen im Grazer Archäologiemuseum – und die Schnabelkanne vom Dürrnberg in Salzburg gehören zu den kostbarsten archäologischen Objekten Europas und stammen aus der Eisenzeit. Gefunden wurden sie in Regionen, die einst Teil eines gemeinsamen Netzwerkes waren, das sich von Südfrankreich bis nach Bulgarien erstreckte. Die Iron Age Danube Route ist der Versuch, diese Regionen erneut zu vernetzen und gemeinsam zu präsentieren.

Die Anfänge

Das erste Konzept für die Iron Age Danube Route entstand aus dem Interreg-Projekt „Monumentale Landschaften der frühen Eisenzeit im Donaubecken“ (Iron-Age-Danube), das von 2017 bis 2019 umgesetzt wurde. Für dieses Projekt, das 2018 im Zuge der RegioStars Awards der Europäischen Kommission unter die fünf innovativsten EU-Projekte im Kulturbereich gereiht wurde, hatten sich zwanzig Institutionen aus Österreich, Kroatien, Ungarn, der Slowakei und Slowenien unter Federführung des Universalmuseums Joanneum zu einer Partnerschaft zusammengeschlossen, um sich mit dem eisenzeitlichen Erbe Mitteleuropas zu beschäftigen. Im Rahmen des Projekts wurden die Grundsteine für die gemeinsame Erforschung, Verwaltung und den Schutz von komplexen prähistorischen Landschaften gelegt. Nach dem Projektende wurde die Partnerschaft mit Unterstützung des Routes4U-Programms des Europarates fortgesetzt und setzte sich das Ziel, ein neues touristisches Angebot in der Donauregion zu schaffen – die Iron Age Danube Route.

Iron Age Danube Route
Karte mit Regionen entlang der Iron Age Danube Route, Karte: M. Fera und D. Modl

Das Angebot

Seit Juli 2020 wird die Iron Age Danube Route von einer Vereinigung mit Sitz in Zagreb (Kroatien) betreut, zu der sich Institutionen aus Österreich, Kroatien, Ungarn und Slowenien aus den Bereichen Archäologie, Tourismus, Denkmal- und Naturschutz sowie aus der regionalen Verwaltung mit diversen Interessengruppen zusammengeschlossen haben.

Eines der Hauptziele der Vereinigung, die sich hohe Standards beim Schutz, der Erforschung und Präsentation des archäologischen Erbes gesetzt hat, ist die Vernetzung und Bekanntmachung des eisenzeitlichen Erbes des Donauraums sowie der Fundstellen und Museen, in denen sich dieses gemeinsame Erbe befindet und präsentiert wird. Zu diesem Zweck ist eine Reihe von gemeinsamen Veranstaltungen, Ausstellungen und digitalen Aktivitäten geplant.

Die Zukunft

Die Vereinigung konzentriert sich nicht nur auf die Aufrechterhaltung ihres bereits etablierten Partnernetzwerks, sondern auch darauf, sowohl geografisch als auch institutionell zu wachsen. Im Mittelpunkt stehen vorerst Stakeholder aus allen Ländern der Donauregion von Süddeutschland bis Bulgarien. Nicht nur Institutionen, die sich mit der Erforschung und dem Schutz des eisenzeitlichen Erbes befassen, werden eingebunden, sondern auch Initiativen, die sich regional und lokal für dieses archäologische Erbe einsetzen und es in ihr touristisches Angebot aufnehmen möchten. Das Ziel der Iron Age Danube Route ist es, sich im Konzert der EU-Kulturrouten als ein einmaliges Erlebnis für Besucherinnen und Besucher zu etablieren.

Zusätzlich zu den Bemühungen des Verbandes wird die Iron Age Danube Route im Rahmen des neuen „Interreg Danube“-Projekts „Virtuelle archäologische Landschaften des Donauraums“ (Danube´s Archaeological eLandscapes) weiterentwickelt. Dieses Projekt, zu dem sich Partner aus zehn Ländern zusammengefunden haben, konzentriert sich von Juli 2020 bis Dezember 2022 auf den Einsatz von neuen digitalen Technologien für die Sichtbarmachung und Attraktivierung von archäologische Landschaften des Donauraumes und ihre erfolgreiche Integration in den nachhaltigen Kulturtourismus auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

Die Gründer

Gegründet wurde die Iron Age Danube Route von folgenden Institutionen: Universalmuseum Joanneum (AT), Archäologisches Museum in Zagreb (HR), Ungarisches Nationalmuseum (HU), Slowenisches Nationalmuseum (SI), Dolenjski Muzej Novo Mesto (SI), Archaeolingua Foundation (HU), Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften, Universität Zagreb (HR), Institut zum Schutz des kulturellen Erbes Sloweniens (SI), Zentrum für prähistorische Forschung (HR), Gemeinde Kaptol (HR), Naturpark Papuk (HR).

Iron Age Danube Route

Kulturroute zur Sichtbarmachung des eisenzeitlichen Erbes im Donauraum

www.ironagedanuberoute.com / www.archaeologiemuseum.at

Informationen zum Projekt finden Sie auch auf Facebook und Instagram.

Nach Pressemeldung des Universalmuseum Joanneum