Älteste Beweise für menschliche Aktivität in Höhle

Nur wenige Orte auf der Welt bewahren eine kontinuierliche archäologische Aufzeichnung, die Millionen von Jahren umfasst. Die Wonderwerk-Höhle in der Kalahari-Wüste Südafrikas ist einer dieser seltenen Orte.

Eine Höhle bietet natürlichen Schutz und jetzt fanden Forschende die ältesten Beweise für die Nutzung einer Höhle in der Wunderwerke-Höhle.
Wonderwerk-Höhle. Credits: zamaniproject.

Spektakuläre Höhle in Ostafrika

Wonderwerk Cave bedeutet „Wunder“ auf Afrikaans und ist möglicherweise die früheste Höhlenbesiedlung der Welt. Sowie der Ort, an dem einige der frühesten Hinweise auf den Gebrauch von Feuer und die Herstellung von Werkzeugen durch prähistorische Menschen gefunden wurden.

Neue Forschungsergebnisse bestätigen das rekordverdächtige Datum dieser spektakulären Stätte. „Wir können uns sicher sein, dass unsere menschlichen Vorfahren vor 1,8 Millionen Jahren in der Wonderwerk-Höhle einfache Oldowan-Steinwerkzeuge hergestellt haben. Dieser Werkzeugtyp wurde erstmals vor 2,6 Millionen Jahren in Ostafrika gefunden. Professor Shaar vom Institut für Geowissenschaften der Hebräischen Universität erklärte: „Die Wonderwerk-Höhle ist gerade deshalb einzigartig, weil es sich um eine Höhle und nicht um einen Freiluftfundplatz handelt.“

Dem Team gelang es, den Übergang von Oldowan-Werkzeugen zu frühen Faustkeilen vor über 1 Million Jahren nachzuweisen. Die Oldowan-Werkzeuge bestanden hauptsächlich aus scharfen Spänen und Hackwerkzeugen. Als auch den bewussten Gebrauch von Feuer durch unsere prähistorischen Vorfahren auf 1 Million Jahre zu datieren. Diese Datierung konnte sie mit einer Schicht tief im Inneren der Höhle vornehmen. Letzteres ist besonders bedeutsam, da andere Beispiele für frühe Feuernutzung von Orten im Freien stammen. Doch an diesen Fundplätzen kann die Nutzung von Wildfeuern nicht ausgeschlossen werden. Außerdem enthielt das Wonderwerk eine ganze Reihe von Feuerresten: verbrannte Knochen, Sedimente und Werkzeuge sowie das Vorhandensein von Asche.

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Löwenmenschen und Schamanen. Magie in der Vorgeschichte

Trance, Trommeln und Schamanen – Facetten der Welt des Übernatürlichen, die in vorgeschichtlichen Zeiten ein bedeutsamer Teil des Lebens war. Davon zeugen die vielfältigen prä- und protohistorischen Hinterlassenschaften, die die Archäologie für gewöhnlich als «kultisch», «rituell» oder «magisch» versteht. Genauso stellen heute nicht mehr lesbare Botschaften in Wandmalereien für die Forschung häufig Rätsel dar und deuten gleichzeitig auf magische Inhalte hin. Sogar viel verwendete, praktische Gegenstände oder bedeutsame Orte für Menschen unserer Vorgeschichte mögen neben ihrer praktischen auch eine kultisch-rituelle Funktion besessen haben.

Höhlenablagerung sind schwer zu datieren

Die Datierung von Höhlenablagerungen ist eine der größten Herausforderungen in der Paläoanthropologie, also der Erforschung der menschlichen Evolution. Denn um diese Herausforderung meistern zu können, analysierte das Team eine 2,5 Meter dicke Sedimentschicht. Diese enthielt Steinwerkzeuge, Tierreste und Feuerreste. Untersucht wurde sie mit zwei Methoden: Paläomagnetismus und Grabdatierung. „Wir entnahmen vorsichtig Hunderte von winzigen Sedimentproben von den Höhlenwänden und maßen ihr magnetisches Signal“, beschreibt Shaar.

Die Magnetisierung erfolgte, als sich Tonpartikel, die von außen in die Höhle gelangten, auf dem prähistorischen Höhlenboden absetzten und so die Richtung des damaligen Erdmagnetfeldes konservierten. „Unsere Laboranalyse zeigte, dass einige der Proben nach Süden statt nach Norden magnetisiert waren, was der Richtung des heutigen Magnetfeldes entspricht. Da der genaue Zeitpunkt dieser magnetischen „Umkehrungen“ weltweit bekannt ist, gab uns das Hinweise auf das Alter der gesamten Schichtenfolge in der Höhle“, fügt Shaar hinzu.

Datierung mithilfe von Sand

Prof. Matmon stützte sich auf eine sekundäre Datierungsmethode, um weiter zu bestätigen, wann die frühesten „Menschen“ den Ort bewohnt haben könnten. „Quarzpartikel im Sand haben eine eingebaute geologische Uhr, die zu ticken beginnt, wenn sie eine Höhle betreten. In unserem Labor sind wir in der Lage, die Konzentrationen bestimmter Isotope in diesen Partikeln zu messen. Und so können wir daraus ableiten, wie viel Zeit vergangen ist, seit diese Sandkörner in die Höhle gelangten“, erklärt er.

Die Datierung der prähistorischen menschlichen Aktivität in der Wonderwerk-Höhle hat weitreichende Auswirkungen. Die Co-Direktoren des Wonderwerk-Höhlenprojekts, Prof. Michael Chazan von der Universität Toronto und Liora Kolska Horwitz von den Nationalen Naturhistorischen Sammlungen der HU, erklärten, dass die Erkenntnisse aus der Wonderwerk-Höhle „ein wichtiger Schritt zum Verständnis des Tempos der menschlichen Evolution auf dem afrikanischen Kontinent sind. Mit einer fest etablierten Zeitskala für die Wonderwerk-Höhle können wir die Verbindung zwischen der menschlichen Evolution und dem Klimawandel sowie der Entwicklung der Lebensweise unserer frühen menschlichen Vorfahren weiter untersuchen.“

Am südlichen Rand der Kalahari-Wüste gelegen, ist die Wonderwerk Cave auch ein Ort von großer spiritueller Bedeutung für die lokalen Gemeinschaften, was die kulturelle Bedeutung der Höhle für die Menschen in Vergangenheit und Gegenwart belegt. Das Wonderwerk Cave Research Project setzt sich für den Schutz des Ortes ein und arbeitet mit den benachbarten Städten zusammen, um das pädagogische und kulturelle Potenzial dieses einzigartigen Ortes zu erschließen.

Nach Pressemeldung der Hebräischen Universität.

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