Norwegens berühmteste Wikingerschiffe ziehen um

Das Vikingskipshuset auf Bygdøy in Oslo zieht um. Hierfür müssen die wichtigsten Wikingerschiffe des Museum bewegt und transportiert werden.

Eines der Wikingerschiffe an seinem neuen Bestimmungsort. Darstellung ist eine Illustration
Illustration, wie eines der Wikingerschiffe im neuen Gebäude auf Bygdøy aussehen wird. Credits: AART Architects/Statsbygg.

Ein einzigartiges Unterfangen

Zuerst werden die Wikingerschiffe Oseberg, Gokstad und Tune sowie andere Objekte von bedeutendem historischem Wert gesichert. Anschließend transportiert ein Industrieunternehmen sie vom alten zum neuen Vikingskipshuset. Die Wikingerschiffe bilden den Kern der norwegischen Wikingerzeit-Sammlung und sind außerdem die drei am besten erhaltenen Wikingerschiffe der Welt.

„Dies ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die einen hohen Standard an Ausrüstung und Mitarbeitern erfordert. Die ganze Welt verfolgt das Projekt mit Argusaugen.“, sagt der Eigentümer und Geschäftsführer der beauftragten Firma, Imenco, Geir Egil Østebøvik.

Eine internationale Expertengruppe kam 2012 zu dem Schluss, dass es nicht ratsam sei, die Schiffe nach Bjørvika in Oslo zu verlegen. Stattdessen entschied sich die Museumsleitung sie vom Museum auf Bygdøy in ein neues Museumsgebäude nebenan zu verlegen. Das Gleiche wird zudem mit drei alten und zerbrechlichen Schlitten geschehen.

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Kein Platz für Fehler!

Die Wikingerschiffe werden aus dem alten in das neue, schneckenförmige Wikingermuseum auf Bygdøy gebracht, das nebenan gebaut wird.

Illustrationen des Museum. Credits: AART Architects/Statsbygg

Statsbygg, der Baubeauftragte, Immobilienverwalter und Entwickler der norwegischen Regierung, hat den Auftrag an Imenco vergeben. Die Arbeiten beginnen sofort und werden in drei Jahren abgeschlossen sein. Der Direktor für Öl und Gas bei Imenco, Rune Bringedal, der das Ausschreibungsverfahren leitete, betonte die Bedeutung des Erfolgs:

„Es gibt keinen Raum für Fehler“, sagt er. „Wir haben zwar noch nie Wikingerschiffe bewegt, aber wir haben schon viele andere Dinge bewegt, die erhebliche Planung, Sorgfalt und Aufmerksamkeit erforderten. Wir haben den Auftrag gewonnen, weil wir extrem talentierte Leute mit einzigartigem Fachwissen haben“, fährt er fort.

Er bestätigt, dass es von Bedeutung sein kann, zum ersten Mal neue Technologie einzusetzen.

„Wir verfügen über Wissen und fortschrittliche Ausrüstung in den Bereichen Überwachung, Schwingungsdämpfung, Hydraulik und Mechanik. Solche zerbrechlichen und deutlich schweren Konstruktionen von A nach B zu bewegen, erfordert allerdings ein besonderes Maß an Präzision und Sorgfalt. Wir haben noch nicht das gesamte Rezept, aber in Zusammenarbeit mit Statsbygg werden wir daran arbeiten, die optimale Lösung zu finden. Wir werden die notwendige Ausrüstung bauen und ihren Betrieb in unseren eigenen Räumlichkeiten gründlich testen, bevor wir im Sommer 2023 mit dem eigentlichen Umzug beginnen“, sagt Bringedal.

Der Vorsitzende des Maritimen Forums Haugalandet und Sunnhordaland, Sverre Meling Jr., betont, wie aufregend die Nachricht ist.

„Es ist fantastisch, dass wir dieses Projekt in Angriff nehmen. Vieles deutet darauf hin, dass man das Wikingerschiff Oseberg in unserer Region baute. Die Tatsache, dass lokales Fachwissen genutzt wird, um diese Schiffe zu bewegen, ist absolut unglaublich“, kommentiert Sverre Meling Jr.

Nach Pressemeldung von Imenco. Basierend auf einem norwegischen Nachrichtenbericht des Maritimen Forums Haugalandet und Sunnhordaland.

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