Bremen: Bauernhof mit langer Geschichte

Bronzefibel der späten Römischen Kaiserzeit, gefunden in der Auffüllschicht einer Wurt in Bremen.
Bremen. Bronzefibel der späten Römischen Kaiserzeit, gefunden in der Auffüllschicht einer Wurt. Foto: Landesamt für Denkmalpflege Bremen

Große Teile des Bremer Umlandes sind in hohem Maße durch Marschen und weite Niederungen geprägt. Spätestens seit dem hohen Mittelalter kommt es zu einer Besiedlung in diesen Bereichen. Die Bauten wurden auf leicht erhöhten Wohnhügeln angelegt, die in Bremen als Wurten bezeichnet werden. Des Öfteren zeichnen sich unterhalb dieser Wurten ältere Horizonte ab, die auf länger zurückliegende Siedlungsstrukturen an den Altarmen der Weser hinweisen.

So konnten im Sommer 2020 in einer zweiwöchigen Rettungsgrabung in der Handwerkstraße in Bremen-Arsten auf dem ehemaligen »Göten-Hof« aus dem 19. Jh. diverse Auffüllschichten einer mittelalterlichen bis neuzeitlichen Wurt mit darunterliegenden vor- und frühgeschichtlichen Befundstrukturen dokumentiert werden. Besonders auffällig waren das Aufkommen von zum Teil aufwendig verzierter sächsischer Keramik sowie einer bronzenen Bügelfibel mit filigraner Perldrahtverzierung und versilberter Oberfläche aus der späten Römischen Kaiserzeit (150 – 380 n. Chr.). Die geringe Eingriffstiefe der Baumaßnahme, die lediglich durch einen kleinen Sondageschnitt in der Tiefe erweitert werden konnte, erlaubt zwar nur einen begrenzten Einblick in die Entwicklung der Fundstelle, dennoch zeugen Funde und Befunde von einer zweitausendjährigen Geschichte, die ihren Ursprung um die Zeitenwende hat. Ob es sich allerdings bei den frühen Horizonten um eine Siedlung oder ein Gräberfeld handelt, muss vorerst ungeklärt bleiben.

| J. Geidner, Freie Hansestadt Bremen, Landesarchäologie

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