Rätselhafte Steinschüttungen im Bodensee

Luftbild der Uferzone vor Kesswil mit drei Hügeln (links im Bild, Foto: Amt für Archäologie Thurgau).

Das Amt für Archäologie Thurgau führt taucharchäologische Untersuchungen im Bereich von «Hügel 115» vor Kesswil durch. Die aktuellen Forschungsergebnisse zu diesen Strukturen unter Wasser werden am Pop-up Event «Bodensee Stonehenge» in der Webmaschinenhalle Werk 2 in Arbon am 25. und 26. November 2022 präsentiert.

Taucherinnen und Taucher vom Amt für Archäologie Thurgau untersuchen zurzeit eine der über 170 rätselhaften Steinschüttungen entlang des Bodenseeufers zwischen Romanshorn und Altnau. Der «Hügel 115» wurde im Oktober von der Tauchgruppe Fondation Octopus vom Seegras befreit, mit Unterwasserkameras dokumentiert und wird momentan unter Wasser vom Team des Amtes bis zum 24. November 2022 teilweise ausgegraben. Die Arbeiten sind Teil einer Bestandsaufnahme, bei der das Alter und die Konstruktionsweise geklärt sowie Hinweise auf die Funktion der Steinschüttungen gewonnen werden sollen. Ziel ist, eine Einordnung als Kulturgut abzusichern. Die Arbeiten werden durch das Bundesamt für Kultur unterstützt.

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«Bodensee Stonehenge» im künftigen Museumstandort

Die geheimnisvollen Steinstrukturen sind auch Thema des Pop-up-Events am 25. und 26. November 2022 in der Webmaschinenhalle Werk 2 in Arbon, dem geplanten Standort für das neue Historische Museum des Kantons Thurgau. Archäologinnen und Archäologen werden dort die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse präsentieren. Highlight der Veranstaltung ist die Präsentation der Masterarbeit «Sunken landscape» von Livia Enderli an der Zürcher Hochschule der Künste. Alle Besucherinnen und Besucher bringen zudem von ihrem Wohnort einen Stein mit – alle zusammen schütten dann den 171. Hügel zu rhythmischen Pfahlbauklängen und bei gemütlichem Bar-Betrieb in der Halle auf.

Nach Pressemitteilung des Amts für Archäologie Thurgau.

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