Diese Termine sollten Sie nicht versäumen

Rund 6800 Museen und zahlreiche Ausstellungshäuser in Deutschland bieten Besuchern eine überragende Vielfalt an Sammlungen, Ausstellungen und Themen. Wir stellen in unseren Terminen eine Auswahl aktueller archäologischer Ausstellungen vor. Außerdem werden wir auf diesen Seiten Informationen zu den kommenden Ausgaben der AiD, zu Exkursionen sowie zu Studientagen veröffentlichen.

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Bis auf die Knochen – Was Gräber erzählen

Mai 22 / 11:00 November 28 / 17:00

Ausstellungsplakat Bis auf die Knochen
Foto: Museum zu Allerheiligen

Gräber gehören für Archäologinnen und Archäologen zum Alltag und liefern spannende Einblicke in die Vergangenheit. Eine neue Sonderausstellung im Museum zu Allerheiligen Schaffhausen in der Schweiz zeigt, welche Informationen in den Knochen längst verstorbener Menschen stecken und wie viele spannende Erkenntnisse sich dank modernster Analyse-Verfahren aus Skeletten und Grabbeigaben gewinnen lassen. Interaktive Stationen laden zum Forschen und Staunen ein und sprechen insbesondere Kinder und Familien an.

Die Sonderausstellung «Bis auf die Knochen. Was Gräber erzählen» zeigt Schaffhauser Grabfunde von der Jungsteinzeit bis ins Mittelalter (4. Jtsd v. Chr. bis 16. Jh. n. Chr.). Sie besteht aus acht Themeninseln, welche die jeweiligen Gräber aus der Perspektive verschiedener Fachleute betrachten, von der Ausgräberin bis zum wissenschaftlichen Illustrator. Skelettreste und Grabbeigaben beleuchten dabei das Leben der Menschen längst vergangener Zeiten und regen zum Nachdenken über die eigene (Un)vergänglichkeit an.

Unter den Exponaten sind auch Neuentdeckungen aus dem Kanton Schaffhausen der letzten Jahre. Dazu gehört unter anderem ein spätbronzezeitliches Urnengrab aus Beringen (1000-900 v. Chr). Anders als bei den anderen ausgestellten Gräbern wurden hier die Verstorbenen verbrannt und in Urnen bestattet, ähnlich wie bei einer heutigen Kremation. Unter den Grabbeigaben ist ein aussergewöhnliches Gefäss, das nicht aus der Region stammt.

Spannend ist auch das 1971 freigelegte Hügelgrab auf dem Geissberg. Der Grabhügel musste beim Bau des Kantonsspitals weichen. Im künstlich aufgeschütteten Hügel fanden die Ausgräber und Ausgräberinnen ein reich ausgestattetes Skelett. Die Knochen weisen ganz klar männliche Merkmale auf; die Waffen zeichnen diesen als Krieger aus. Einige Grabbeigaben könnten aber auch von einer Frau stammen. Nicht immer ist alles so klar, wie es auf den ersten Blick scheint.

Zu den Highlights der Sonderausstellung gehört das Grab eines Jugendlichen, der in spätrömischer Zeit (5. Jahrhundert) in Stein am Rhein lebte. Trotz seines Alters von 11-15 Jahren hatte er immer noch Milchzähne. In seinem Grab lagen mehrere Pfeilspitzen sowie Gefässe aus Glas und Keramik. Wer hier wohl bestattet wurde? Die laufende Erforschung des Grabes parallel zur Ausstellung wird hoffentlich weitere Hinweise liefern. Mehrere Analysen sind am Laufen. Die neuen Erkenntnisse werden in der Ausstellung laufend ergänzt.

In einer speziellen Spielspur für Kinder laden interaktive Rätsel ein, zum Archäo-Detektiv und zur Archäo-Detektivin zu werden. Die jeweiligen Aufgaben werden von jungen Experten und Expertinnen in kurzen Videobotschaften erklärt. Dahinter verbergen sich Schüler und Schülerinnen aus Stein am Rhein. Sie begegnen uns am Schluss der Ausstellung erneut und verraten, was sie gerne mit in ihr Grab nehmen würden. Bereits im Vorfeld machten sie sich intensiv Gedanken über ihre eigene Vergänglichkeit, wer sie sind und was von ihnen bleiben soll. Die fruchtbare Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen und Schulklassen gründet auf der Idee, das Museum aus den eigenen Mauern zu holen.

Auch ausserhalb der Spielspur laden interaktive Ausstellungselemente dazu ein, selbst zum Forscher, bzw. zur Forscherin zu werden. Was verraten Knochen, was verschweigen sie? Wieso haben manche Gräber viele Beigaben und andere keine? Diese und weitere Fragen werden auf spielerische Weise beantwortet.

Kinder betätigen sich archäologisch
Foto: Kantonsarchäologie Schaffhausen

Schliesslich kann man einmal im Monat dem Konservator-Restaurator der Kantonsarchäologie Ulrich Hürten bei der Freilegung eines Urnengrabs über die Schulter schauen. Er arbeitet während jeweils zwei Stunden direkt in der Sonderausstellung und gibt Auskunft über seine Arbeit. Die Daten sowie weitere Angaben zum abwechslungsreichen Begleitprogramm sind auf dem beiliegenden Flyer sowie im Internet zu finden.

Die Sonderausstellung «Bis auf die Knochen. Was Gräber erzählen» entstand in Zusammenarbeit mit der Kantonsarchäologie Schaffhausen.

Live-Ausgrabung in der Ausstellung

Jeweils So | 14−16 Uhr, am 23.5., 27.6., 25.7., 22.8., 26.9., 24.10., 21.11.
Einmal im Monat legt der Konservator-Restaurator Ulrich Hürten direkt in der Ausstellung ein bronzezeitliches Urnengrab frei und lässt sich dabei über die Schulter schauen.
Keine Anmeldung erforderlich

Öffnungszeiten: Di-So 11-17 Uhr

Museum zu Allerheiligen Schaffhausen

Klosterstraße 16
CH- 8200 Schaffhausen, Schweiz