Pest! Eine Spurensuche

Die Pest – was geht mich das heute noch an, mag mancher Leser denken und dabei die große Pestepidemie im 14. Jh. im Sinn haben, der europaweit Millionen Menschen zum Opfer fielen. Aber weit gefehlt: Das Thema ist auch heute noch aktuell, wie die seit 2017 immer wieder auftretenden Pestfälle in Madagaskar zeigen. Das Westfälische Landesmuseum Herne hat dem Thema Pest eine eigene Ausstellung gewidmet. Im dazu erschienenen Katalog beschäftigen sich zahlreiche Fachleute unter verschiedenen Aspekten mit dieser Seuche. Dabei geht es nicht nur um den frühesten archäogenetischen Nachweis des Pesterregers in der Steinzeit sowie um weitere, spätere Nachweise im archäologischen Fundgut, sondern auch um die Erreger, Überträger und die medizinische Forschung selbst. Behandelt werden auch der Umgang der Betroffenen mit der Krankheit und die Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben sowie die Judenpogrome. Weitestgehend wird dabei der europäische Raum in den Fokus genommen, aus dem die Pest im 18. Jh. durch die zunehmende wissenschaftliche Forschung und eine bessere medizinische Versorgung weitestgehend verschwand. 1894 wurde dann mit Entdeckung des Pesterregers die Entwicklung von Gegenmitteln möglich. Entstanden ist ein beeindruckender, umfassend informierender und reich bebilderter Überblick, bei dem jedoch das unhandliche Format und das Gewicht zu bemängeln sind; fast 4 kg Buch wollen erst einmal gestemmt werden.

| Ellen Rimer

Produktdetails

Pest! Eine Spurensuche

LWL-Museum für Archäologie, ­West­fälisches Landesmuseum Herne (Hrsg.)
Darmstadt: wbg THEISS 2019, 692 S. ca. 700 farb. Abb., 40 Euro.
Bestellung direkt bei der wbg möglich. Zum wbg shop